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Dienstag, 20. August 2013

Das Abenteuer geht weiter

Ich bin soeben die ersten 50km mit neuen Zylindern und Kolben (Alter ca. 8000km, Kolbenringe sind neu) gefahren. Soweit läuft alles rund. Da wir den Grund für den Schaden nicht ausfindig machen konnten, bin ich etwas unsicher. Die Leisungseinbusse von 200ccm weniger Hubraum wirkt sich nicht stark aus.
Mein Arbeitskleidung hat etwas gelitten und benötigt eine Reinigung...

Nächstes Ziel sind die Niagarafälle.

Montag, 19. August 2013

Ein unglaubliches Angebot

Wenn man manchmal das Gefühl hat, am Ende zu sein, öffnet sich plötzlich irgendwo wieder ein Türchen. Dieses Abenteuer dauert etwas zum erzählen, aber war für mich etwas Unglaubliches.

Ich lese natürlich auch andere Blogs, unter anderem einen von einem holländischen Pärchen mit einem Volvo 6x6, der sehr ähnlich zum 712 Sani Pinz ist (http://www.dutchiesgoglobal.com/). Sie hatten ihr Fahrzeug gerade bei einem Mechaniker und langweilten sich bereits nach kurzer Zeit im Hotel und wollten so schnell wie möglich wieder in der freien Natur campen und ein Lagerfeuer machen.
Ich hinterliess einen Kommentar, dass ich auch auf dem Weg zum Mechaniker bin, um meinen Ölverbrauch überprüfen zu lassen und evtl. das selbe Schicksal habe und auch etwas im Hotel bleiben muss.
Mein Kommentar wurde von Frank gelesen und er schaute sich meinen Blog an. Er rief daraufhin am letzten Dienstag bei meinem Mechaniker an und bot mir an, mich abzuholen und bei ihm zu übernachten.
Als ich etwas später mit dem Motorschaden konfrontiert war. Entschied ich mich erst einmal über die Reparatur nachzudenken und meine weiteren Schritte zu planen. Für das brauchte ich etwas Zeit für mich.
Ich buchte also ein Hostel für die nächsten 3 Nächte.
Eigentlich wollte ich das Hostel noch übers Wochenende verlängern, da am Montag, 19. August die Reparaturen beginnen. Leider stellte sich heraus, dass Montreal fast komplett ausgebucht war, da am Wochenende die Gay Pride Parade statt fand.
Also schrieb ich Frank ein E-Mail, ob er für mich 2 Tage Asyl gewähren würde. Frank sagte sofort ja und holte mich mit einem 710K Pinzgauer ab.

Ich durfte das ganze Wochenende mit ihm verbringen. Angefangen haben wir mit einem gemütlichen Feuer, einem Barbecue und natürlich einigen kühlen Bierchen.









Wir arbeiteten etwas an seinem Nissan, und machten eine kleine Wanderung mit seinen beiden Hunden.
Frank, Ich hoffe du hast die Tage ebenso genossen wie ich, herzlichen Dank!


Morgen gehts wieder an die Arbeit an meinem Pinz, ich hoffe alles klappt und ich kann meine Reise bald wieder fortsetzen.








Donnerstag, 15. August 2013

Reparatur

Vielen herzlichen Dank für die Solidarität. Innert so kurzer Zeit bekam ich jede Menge Nachrichten. Vielen Dank auch an Lorenz von www.lorenz-offroad.de und an Christoph Gut von http://www.gut-automobile.ch. Sie konnten mir einige Informationen und Hinweise geben.

Ich werde selbstverständlich meine Reise fortsetzen. Voraussichtlich aber erst gegen Mitte nächster Woche. Ich werde also etwas länger hier in Montreal sein.

Die Reparatur des Pinzgauers sieht wie folgt aus: Kolben und Zylinder werden alle 4 Stück ersetzt. Der Motor wird schlussendlich wieder ein 2.5l sein.

In der Zwischenzeit gibt es ein paar Bilder vom Mont Royal mit Ausblick auf die Stadt Montreal.
 




 Vom Mont Royal sieht man auch auf das berühmte Biodome.
Die "Wild"tiere im Park sind gar nicht menschenscheu. Sie werden wohl öfters von Touristen gefüttert.

Mittwoch, 14. August 2013

worst case

So nun habe ich es geschafft. Murphy hat zugeschlagen...
Alarmiert durch den steigenden Ölverbrauch habe ich mich auf den Weg gemacht zur nächsten Pinzgauerwerktstätte. Wir haben zuerst den Kompressionsdruck gemessen und alles schien in Ordnung zu sein. Ich hatte noch die Hoffnung, es würde an den Ventilen liegen. Doch leider kam heraus, dass bei 2 von 4 Zylindern die Zylinderkopfdichtungen gebrochen waren. Zylinder 3 sieht sehr übel aus, Zylinder 1 etwas weniger schlimm.

Das ist das schlimmste, was ich zwar einkalkuliert, jedoch nicht erwartet hatte. Da steh ich nun mit einem Pinz, mit defektem Motor. Die Ersatzteilbeschaffung ist natürlich mit dem 2.7l Motor nicht so einfach wie mit dem 2.5l.

Wenn man das positive zusammenfassen will: Ich bin  bei einem Spezialisten für Pinzgauer, mittlerweile in einem Hostel in der Innenstadt und habe einen halb kaputten Motor. Den 2.7l Motor kann man vor Ort nicht reparieren. Einzige Alternative: Einbau eines 2.5 Liter Motors komplett.... Oder Ersatzteile von Europa zu liefern.

Meine Motivation ist am Boden. Ich weiss aktuell nicht, wie mein Trip weitergehen kann/wird. Es ist definitiv ein Tiefpunkt... Immerhin konnte mir schon Lorenz (http://www.lorenz-offroad.de/) mit Fragen und sehr hilfreichen Antworten weiterhelfen. Ich wüsste nicht, was ich ohne die Hilfe einiger kompetenten und hilfsbereiten Pinzgauer-Liebhaber machen würde.

Obwohl ich den worst case in Betracht gezogen habe, trifft er mich wie ein Hammer. Nachdem ich eine Dusche und ein paar Drinks hatte, werde ich erst einmal darüber schlafen und dann entscheiden, ob und wie ich meine Reise fortsetzen werde.

Trotzdem möchte ich mit euch die Geschichte von Frank teilen. Frank rief mich heute in der Pinzaguer-Werkstatt an. Er hat erfahren, dass ich heute meinen Ölproblem auf die Spur gehen will und zwar durch ein Kommentar auf einem anderen Blog. Er bot mir eine Unterkunft während der Reparatur an. Frank, falls du diese Zeilen liest: Vielen herzlichen Dank! Ich wünsche dir nur das Beste mit deinem 710K!

Ich halte euch auf dem laufenden, wie meine Entscheidung ausfallen wird. Optionen gibt es genug:
- Warten auf Ersatzteile von Europa und hoffen, dass das Problem nicht noch einmal auftritt.
- Kompletten 2.5l Occasionsmotor einbauen.
- Auto verkaufen :-( Reise abbrechen
- Auto verkaufen :-( Reise fortführen mit neuem Auto/Motorrad

Hier noch ein paar Bilder des Debakels:
Das Ersatzteillager: Schon nur der Anblick tut weh, es würde mir in der Seele schmerzen, meinen Pinzgauer dort zu sehen.

Leider etwas Unscharf von meinem Handy aufgenommen. So sehen die Innereien meines derzeitigen Pinz aus :-(
Das wäre der Kolben Nr. 3 am Ende seines Lebens.... Kolben Nr.1 sieht etwas besser aus, aber bräuchte dennoch einen Ersatz.
 
Mein Motor zerlegt...

Nun heisst es erst einmal darüber schlafen... Wie mein französisch Lehrer immer gesagt hat: "Ich kann nicht soviel essen, wie ich kotzen könnte...". Wie passend, dass mir das in Montreal (französischsprachig) passiert.


Samstag, 10. August 2013

Die nützlichsten Dinge

Bevor ich hier auf meine bisher nützlichsten Dinge eingehe gibt es ein kleines Rätsel:
Woran merkt man, dass man zu lange in der IT beschäftigt war oder einfach nur alt geworden ist?
Auflösung am Ende des Blogs....

Nun aber zu den Dingen, die ich bisher am meisten geschätzt habe und fast täglich im Einsatz sind.
Der Overall meiner Arbeitskollegen ist glücklicherweise nicht täglich im Einsatz. Aber er ist extrem praktisch. Einfach schnell über die normalen Kleider anziehen und schon bin ich ein begnadeter Automech, zumindest äusserlich....
Leider habe ich gerade kein Foto parat, dies wird aber noch folgen...

Das einzige was gut gegen Moskitos hilft ist ein schönes kleines Feuerchen und natürlich DEET (Insektenschutzmittel), welches man sich an so ziemlich jede unbedeckte Körperstelle schmieren muss. Falls jemand noch andere gute Mittel kennt immer her damit.
Was braucht man um ein Feuer zu machen? Holz natürlich. Dieses wird hier relativ teuer verkauft ca. 5-10$ für ein paar Scheite. Da ich bisher jedesmal in unmittelbarer Nähe zum Wald campiert habe, habe ich das Holz mit meiner Axt und meiner Machete bisher selbst gesammelt.

Natürlich habe ich keine frischen Bäume geschlagen sondern vor allem Holz gesammelt und etwas verkleinert.

Das wahrscheinlich am häufigsten eingesetzte Gerät ist der Benzinkocher. Dieses Ding ist einfach super zum kochen. Es heizt sehr schnell und gut, braucht aber ordentlich Benzin. Bisher habe ich schon 0.5l verbraucht. Ich schätze pro Mahlzeit etwa einen Verbrauch von einem halben dl.

Nun aber noch einige Bilder von der See- und Waldlandschaft, welche hier allgegenwärtig ist.










Auflösung des Rätsels:
Man merkt es daran, dass man DEET auch an den langsam grösser werdenden Flächen mit dünner besiedeltem Haar einschmieren muss.

Donnerstag, 8. August 2013

Seit 2 Wochen unterwegs...

Nun sind es mittlerweile schon zwei Wochen, die ich in den Staaten war.
Ich bin bereits jetzt in Kanada. Der Hauptgrund dafür ist der ständig steigende Ölverbrauch. Am 13. August kann ich diesen in Montreal überprüfen lassen.
Ich hoffe es sind nur die Ventilschaftdichtungen und nicht die Kolbenringe. Für diese Teile habe ich leider kein Ersatzmaterial dabei.

Die Landschaft seit New York war eigentlich relativ unverändert. Es gibt sehr viele Wälder mit kleineren und grösseren Seen. An den Seen hat es meist Campingplätze. Es ist also ziemlich einfach sich eine Übernachtung zu organisieren.
Campen ist im Gegensatz zu Australien teuer. In Australien hatte ich je nach Campingplatz zwischen 0-30$ bezahlt. Hier in Amerika habe ich für den günstigsten Campingplatz bisher 20C$ bezahlt.
Der grosse Vorteil bisher, es gab immer eine warme Dusche. Die wohl einzig günstigere Alternative ist der Parklpatz von WalMart, einem Einkaufsladen.
Es gibt immer wieder sehr lange Brücken zu überqueren, wie diese rechts.

Einmal nahm ich auch eine Fähre über einen kleinen See (Bild unten). Ich kam grad noch dazu einen Schnappschuss mit dem Handy zu machen. Den Rest der Strecke musste ich mein Auto vorführen und erklären.


Die Begegnungen, die ich bisher hatte, waren meistens eher kurzweilig. Das Interesse an meinem Pinz war jedoch vor allem in den USA sehr gross. Amerikaner lassen sich wirklich sehr schnell begeistern. Die Kehrseite jedoch, sie scheinen genau so schnell zu vergessen.
Dennoch waren alle Amerikaner bisher sehr höflich und hilfsbereit. Eine nette Frau auf einem Parkplatz wollte mir sogar Geld geben, weil sie mein Gefährt und meine Reisepläne so toll fand.
Ich bin gespaant wie es mir in Kanada ergeht.

Der Grenzübertritt war problemlos. Die Kanadischen Behörden interessierten sich vor allem für das Nummernschild und ob ich Waffen dabei habe. Sie wollten jedoch nicht einmal in mein Fahrzeug schauen.

Meine Pläne, nach Alaska zu reisen, werde ich mir nochmals überlegen.
Die Distanz ist doch nicht zu unterschätzen und wenn ich zu lange brauche, haben einige schöne amerikanische Nationalparks schon geschlossen. Ich habe aber bis zum Dienstag etwas Zeit zu recherchieren, was ich gerne machen möchte und mir langsam auch eine Route überlegen.

Sonntag, 4. August 2013

Die ersten Übernachtungen im Pinz (Update)

Am Mittwoch Morgen bekam ich von meinen schweizer Zeltnachbarn ein Angebot, welches ich nicht ausschlagen konnte. Sie luden mich zu ihrem Ferienhaus in der Nähe von New York ein. Treffpunkt war ein Konzert am Strand unweit vom Ferienhaus.

Am nächsten Morgen (1. August) wurde ich mit einem tollen Frühstück und frisch gewaschener Wäsche verwöhnt. Herzlichen Dank an Tony und seine Familie für die Einladung, den Service und die tollen Gespräche.

Ich konnte mich nicht wirklich begeistern mit dem Pinzgauer in die Stadt New York zu fahren, oder den Pinz zu parkieren und die ÖV zu nehmen. Ich entschied mich in etwas abgelegenere Gebiete zu gehen und einen State Park Campground aufzusuchen.
Obwohl diese Parks als günstig gelten sind trotzdem pro Übernachtung rund 28$ fällig.


Auf dem Weg dorthin merkte ich, dass die Kupplung nicht mehr so gut funktionierte. Auf dem Campingplatz habe ich zwar die Hydraulik entlüftet, jedoch ohne Nennenswerten Erfolg. Es wurde sogar immer schlimmer. Gestern Abend bin ich mit Müh und Not noch auf einen Campingplatz gekommen und habe angefangen den Geberzylinder der Kupplung auseinanderzubauen.
Das Ding war richtig dreckig. Heute versuche ich alles zu reinigen, den Rep-Satz anzubringen und alles wieder zusammen zu bauen.
Leider war gestern wirklich nicht mein Tag, neben der Kupplung, ist mir noch das Spülmittel im Schrank ausgelaufen, das Benzin während dem Kochen ausgegangen und schliesslich musste es noch anfangen zu Regnen, als ich dann wieder Benzin nachgefüllt hatte. Sprich ich durfte im Regen noch fertig kochen.







Wie ich heute morgen feststellen durfte, war ich nicht alleine beim Abendessen. Einige Moskitos haben sich genüsslich an mir vergangen. Gestern war definitiv einer dieser Tage, den man mit einem roten Ausrufezeichen im Kalender hinterlegt.

Leider kann ich hier keine Fotos hochladen. Die Internetverbindung meines T-Mobile Sticks ist soo langsam, dass ich gerade mal ein halbes Bild auf den Blog laden konnte, während ich diese Zeilen geschrieben habe.
Ich hoffe die Reparatur klappt und ich bin bald wieder flott um einige Bilder nach zu reichen.

EDIT: Bilder hochgeladen und viel wichtiger, ich bin wieder auf der Strasse! Die Reparatur war erfolgreich. Mir schwant jedoch übles für die Geberzylinder der Bremsen und Sperren. Werde diese wohl demnächst auch mal anschauen. Auf der anderen Seite sieht man, in welchem Zustand das Ding immer noch läuft, was mich jedesmal in Staunen versetzt.
So eine Reparatur gibt einem gleich wieder Hoffnung.