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Donnerstag, 16. Juli 2015

Das nördliche Pantanal

Dem Pantanal eilt ja der Ruf voraus, eines der artenreichsten Gebiete dieser Welt zu sein. Davon wollte ich mich natürlich auf der Transpantaneira persönlich überzeugen. Vögel, Fische und Krokodile habe ich tatsächlich in Hülle und Fülle gesehen.
Fangen wir einmal mit den Krokodilen an. Die faulen Tiere sieht man früh morgens kaum. Ab und zu schaut die Schnauze und zwei Augen aus dem Wasser.










Bis sie dann schliesslich sich wie oben in grossen Massen sonnen, oder einfach nur bedrohlich das Maul aufreissen.




Was man sonst auch sehr häufig antrifft sind diese Wasserschweine. Die suhlen sich im Dreck und liegen ebenfalls faul herum. Diese Tiere sind sogar so faul, dass sie sich putzen lassen von Vögeln...

Damit wir aber auch die Chance haben, einen Jaguar zu Gesicht zu bekommen, haben wir uns ein teures Boot gechartert, was uns zu diesen Wildkatzen hätte führen sollen. Früh morgens ging es los auf dem Rio Cuiaba.

Wir bekamen viele Vögel zu Gesicht. Den einzigen, den ich gekannt habe war dieser Jaribu.



Unser Guide war natürlich nur des portugiesisch mächtig. Und so waren alle Versuche uns irgend etwas zu erklären für die Katz.


 Dennoch hat mir der Ausflug Spass gemacht. Aber am liebsten wäre ich selber mit dem Schnellboot rumgedüst..

Leider hat man nie die passende Kameraeinstellung, wenn einem so etwas vor die Linse hüpft.


Auf der Tour gab es dann noch ein paar Äffchen zu sehen und das war es dann... nicht ein einziger Jaguar. Aber die Chance so ein Tier in freier Wildbahn zu sehen ist auch relativ klein.

Gesamthaft hat mich das Pantanal sehr an das Llanos Gebiet erinnert

Nun heisst es wieder einmal Kilometer fahren bis Iguazu, das letzte meiner geplanten Highlights in Brasilien. Wobei die Wasserfälle ja im Dreiländereck Paraguay, Argentinien und Brasilien liegen.

Zum Abschluss wieder einmal ein Startrails-Bild, welches im Pantanal entstanden ist.


Sonntag, 12. Juli 2015

Auf dem Weg ins Pantanal

Von der Küste zum Pantanal gab es nur wenige Dinge, die wir uns ansehen wollten. So hiess es vor allem fahren, fahren und nochmals fahren. 

Die erste Sehenswürdigkeit war das Chapada Diamantina, ein Gebirge mit vielen Höhlen, Grotten und Wasserfällen. Zwei Grotten haben wir uns etwas näher angeschaut, die Poco Azul und die Poco Encantado. Für die 20 Reais pro Person (ca.6 CHF) bekam man Schnorchelquipment und durfte in der Poco Azul schwimmen. Das Wasser war glasklar und schimmert schön bläulich.
In der zweiten Grotte bekamen wir für den gleichen Eintrittspreis eine Lampe und Helm und wurden ebenfalls zu einem blau schimmernden See geführt.
Man braucht aber etwas Glück und muss den Besuch zeitlich abstimmen, denn die blaue Farbe tritt nicht immer so stark auf. Nur wenn die Sonne an der richtigen Stelle durch die Felsen scheint hat man dieses Erlebnis.


Viele Kilometer weiter sahen wir uns nochmals ein Gebirge an. Der Terra Ronca Park hat wiederum einige Höhlen und Grotten. Diese hier war von der Grösse her sehr beeindruckend und mit dem Fluss ein "magischer" Ort. Zumindest haben wir mal wieder einige Alternative getroffen, welche dieser Höhle magische Kräfte zusagen.


Unsere neuen Alternativen Freunde luden uns ein, mit ihnen in der Höhle zu übernachten. Wir schlugen aus, boten aber unsere Stirnlampen an, damit sie auch den Weg in die Höhle finden.
Nach nicht einmal einer Stunde standen sie dann wieder vor unserem Auto und fragten, ob wir vielleicht noch ein Schlafsack und eine Jacke gegen die Kälte hätten. Wir rüsteten die beiden gerne mit dem nötigsten aus, damit sie an ihrem magischen Ort übernachten konnten.
Ich hoffe, für die nächste Übernachtung rüsten sie sich etwas besser aus.

Vom Terra Ronca Park fuhren wir nach Brasilia und sahen uns die Hauptstadt Brasiliens etwas genauer an. Die Stadt wurde geplant und 1960 "fertiggestellt" bzw. gegründet.







Mittlerweile haben wir das nördliche Pantanal erreicht und sind unterwegs auf der Transpantaneira. Die Strasse hätte eigentlich Cuiaba mit Corumba verbinden sollen, sie wurde aber nur bis Porto Jofre gebaut. Somit ist sie eine knapp 150km lange Sackgasse. Trotzdem hat die Strecke ihren Reiz, denn es gibt sehr viele Tiere zu sehen. Doch davon mehr im nächsten Eintrag.


Übrigens gibt es wieder einmal ein Jubiläum: Blogpost Nr. 100

Sonntag, 28. Juni 2015


Seit unserer Ankunft in Brasilien sind wir sehr viel am fahren. Brasilien ist riesig und uns blieben bei der Einreise nur noch rund 70 Tage. So heisst es halt viel fahren und nicht lange an einem Ort verweilen.
Brasilien soll ja die schönste Strände haben, weswegen wir der Küstenlinie folgen um uns davon zu vergewissern. In dem Hippieörtchen Pipa verweilten wir auf einem Campingplatz, wo wir auf diesen netten Zeitgenossen gestossen sind. 
Der Ort war aber ganz schön teuer, worauf wir weiter fuhren um wieder wild zu campieren.
Tatsächlich fanden wir die wunderschönen einsamen Strände.
  
Und was will man mehr als an so einem Traumstrand zu frühstücken!

Wie schon im letzten Bericht angedeutet, merkt man immer mehr die Verschleisserscheinungen von knapp 2 Jahren auf Reisen. Ein Radantrieb ist undicht und hier hat der "Marder" zugeschlagen und mir ein Fangband zerrissen. Das Ersatzband sieht man im Hintergrund natürlich schon eingebaut.
Vielleicht sollte ich wirklich mal mein Auto mehr schonen...










Das habe ich natürlich dann auch gemacht und ihm eine teure Reinigung verpasst. Und nein, dass weisse Zeug ist kein Schnee.
Endlich kommt der Schlamm, Sand und natürlich die salzige Schicht von den Strandaufenthalten runter und der Pinzi strahlt fast wie neu.









Auf dem Weg Richtung Sao Felix, einem kleinen Dörfchen, in welchem Dannemann eine Fabrik besitzt, entdeckten wir auf der Strasse mal wieder eine Schlange, diesmal richtig gross.




Die Fabrik war schwierig zu finden, aber die Suche hat sich gelohnt. 
Eine Zigarre braucht vom setzen der Samen bis zum Genuss zwei Jahre. Wobei die meiste Zeit fürs trocknen und fermentieren benötigt wird. Je nach Mix der Blätter erhält man dann einen bestimmten Zigarrentyp.
Neben der Dicke wird auch gemessen, wie gut die Zigarre die Luft durchlässt, was man mit dieser Maschine messen kann.


 Hier noch ein Bild des Rollens der Zigarre.


Ich konnte es mir natürlich nicht verkneifen, zu probieren und einzukaufen.

Die nächsten Reiseziele sind wieder viele Kilometer entfernt. Alleine ins Pantanal sind es noch 3'000km.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Der Pinzi in seinen Elementen


Viele Fährverschiffungen hatte ich bereits auf meiner Reise gemacht, aber in letzter Zeit kamen die abenteuerlichsten dazu.
Von franz. Guyana nach Brasilien steht seit 4 Jahren eine Brücke inkl. Zollhaus auf französischer Seite. Die Brücke war aber noch nie im Betrieb. Also hiess es per Telefon eine Fähre von brasilianischer Seite bestellen und dann rüber nach Brasilien verschiffen. Im Hintergrund ist die Brücke gut zu erkennen.

Dann durfte der Pinzi wieder einmal Zeigen was er kann, die BR-156 in der Regenzeit. Von dieser Strasse sind etwas mehr als 100km nicht asphaltiert und teilweise ordentlich schlammig. Für den Pinzi natürlich kein Problem.
Von Macapa mussten wir abermals verschiffen, um die Atlantikküste Brasiliens zu sehen. Gerade einmal 2 Nächte waren wir an Bord dieses Balsa bis wir Belem erreichten. Das Ausladen der Fahrzeuge war ziemlich abenteuerlich und wir mussten auf die Flut warten, damit die Rampe nicht so lange war. Es hat auf jeden Fall geknackst in den Balken, als der 10t schwere MAN über die Bretter fuhr.


In Barreinhas nach Paulino Neves durfte sich der Pinzi in sandweissen Dünen austoben. Den Abstecher nach Lencois Maranheses Nationalpark haben wir aber leider ausgelassen.

Von Camocin ging es dann wieder in die Dünen und an den Strand. 
Die erste Fähre war schon ganz schon schräg, als der schwere Pinz drauf fuhr. So ein Strandbuggy ist halt doch etwas leichter.

Die Fährverbindungen wurden immer schlechter. Zulestzt landeten wir auf einem kleinen Holzbötchen mit Rasenmähermotor, dass uns Richtung Jericoacora brachte.
Die Landschaft war einfach nur traumhaft, kleine Fischerdörfchen im weissen Sand, ein paar Palmen und jede Menge offroad Spass.

Die Strapazen für das Auto scheinen aber auch langsam ihren Tribut zu forden. Der Kilometerzähler hat den Geist aufgegeben und der Pinzi markiert mehr denn je sein Revier mit Getriebeöl aus allen erdenklichen Stellen. Hoffen wir mal, dass er noch ein Weilchen durch hält.













Dienstag, 2. Juni 2015

Wilkommen in der EU


Um auf dem Landweg nach französisch Guayana zu gelangen, muss man auf jeden Fall eine Fähre nehmen. Überraschenderweise wurden beim Grenzübertritt unsere Pässe gestempelt. Dabei müsste man doch mit der ID einreisen können. Aber wir sind ja auch nicht EU-Bürger. Trotz aller EU-Zeichen beim Zoll wurden aber auch die Pässe unserer deutschen Kollegen gestempelt. Soviel zum Thema freier Grenzübertritt im EU Raum...

Von der Grenze fuhren wir an den berühmten Strand Plage les Hattes, wo 3 verschiedene Schlidkrötenarten Eier legen. Wir hatten Glück und sahen eine grosse Lederrückenschildkröte, die am Eier legen war. Zuerst graben die Schildkröten mit ihren Flossen ein Loch im Sand. An den Grunz- und Schnaufgeräuschen sowie den Tränen in den Augen der Schildkröte scheint dies eine extreme körperliche Anstrengung zu sein.





Ein weiteres Highlight war dann das "centre spatial guyanais". Der europäische Weltraumbahnhof in Kourou hat ein nettes Museum. Leider erfuhren wir, dass unsere Reservierung nicht funktioniert hat. Wegen Wochenende und Feiertagen konnten wir mit der Reservierungsbehörde erst einen Tag vor dem Raketenstart in Kontakt treten.  Schliesslich hat dann aber doch alles noch geklappt und wir bekamen die gratis Einladung zum  Start.


Beim Treffpunkt in Kourou wurden wir in die Busse gepfärcht und danach Aussichtplattform "Agami" gebracht, 7.5km vom Startplatz entfernt. Die Sicherheitsvorkehrungen waren gross und wir wurden gut bewacht.










Dann endlich war es soweit und der Raketenstart stand kurz bevor. Natürlich hiess es dann auf französisch "trois - deux - un - décollage".


















Die Helligkeit der Raketentriebwerke, der durch die Distanz verspätete Knall der Zündung und die Geräuschkulisse waren spektakulär. Hier ein paar Fotos dieses Erlebnis.













  


Der Spuk war aber sehr schnell wieder vorbei und der Rest der Vorstellung fand in den Zelten statt. Leider wurde die englische Originalsprache ersetzt durch, wie könnte es anders sein, französische Synchronsprecher...









 Es war ein einmaliges Erlebnis, so einen Arianestart zu beobachten. Übrigens wurden 2 Satelliten erfolgreich in einen geostationären Orbit gebracht. Skymexico-1 und DirectTV-15